Kurzbeschreibung der biologisch-dynamischen Präparate

Präparatepflanzen

Die biologisch-dynamischen Präparate (im Folgenden „Präparate“) sind Naturmittel, die in geringsten Dosen eingesetzt werden, um das Bodenleben, das Wachstum und die Qualität der Pflanzen sowie die Tiergesundheit zu fördern. Es gibt verschiedene Präparatearten für bestimmte Anwendungsgebiete: Feld- oder Spritzpräparate (Hornkiesel und Hornmist), Düngerzusatzpräparate (Schafgarben-, Kamillen-, Brennessel-, Eichenrinde-, Löwenzahn- und Baldrianpräparat), Spezialpräparate wie Schachtelhalm-Abkochung und die Aschenpräparate zur Unkraut- und Schädlingskontrolle.

 

Die Präparate sind ein nicht ersetzbares Merkmal der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsweise. Sie sind ein wesentliches Hilfsmittel, um Produkte in Demeter-Qualität zu erzeugen. Ihre Anwendung wird in den Demeter-Richtlinien verbindlich vorgeschrieben.

Prinzipien der Präparateherstellung

Die Präparate werden im landwirtschaftlichen Betrieb aus Pflanzenteilen, Kuhmist oder Quarzmehl hergestellt. In tierischen Organhüllen werden diese Materialien über mindestens ein halbes Jahr im Boden vergraben. Vor der Verwendung werden die Präparate aus den Organhüllen herausgenommen.

 

Bereits durch die Herstellung der Präparate wird beabsichtigt, mit biologischen Prozessen in Zusammenhang zu bleiben. Die tierischen Organhüllen haben dabei die Aufgabe, die aufbauenden und gestaltenden Lebenskräfte des Umkreises auf die im Organ befindliche Substanz hin zu konzentrieren. Dem Potenziervorgang bei homöopathischen Medikamenten vergleichbar, wird durch diese Herstellungsweise das feinstoffliche Kräftepotential der Präparate aufgebaut. (Nähere Angaben zu den Herstellungsverfahren siehe Wistinghausen et al., 2007).

 

Für die Herstellung der Präparate werden folgende Komponenten verwendet (in Klammern die pro Flächeneinheit benötigten Mengen an Organmaterial):

Präparat Material tierisches Organ Mengenbedarf / Jahr
Spritzpräparte:      
Hornmist Rinderdung Kuhhorn 1 Horn / ha (1*)
Hornkiesel Quarzmehl Kuhhorn 1 Horn / 25 ha
Düngerzusatzpräparate:      
Kamille Blüte Darm (2*) 30 cm / 100 ha
Eichenrinde Borke Schädel (3*) 1 Schädel / 300 ha
Löwenzahn Blüte Bauchfell (4*) 30 x 30 cm / 100 ha
Schafgarbe Blüte Blase (5*) 1 Blase / 250 ha
Brennnessel oberirdische Pflanze (entfällt)  
Baldrian Blütenextrakt (entfällt)  

Anmerkung: (1*): bei 5-maliger Verwendung; (2*): Rinderdarm, derzeit wegen BSE importiert; (3*): Haustierschädel (Knochenschale) von Schwein, Pferd oder Rind (unter 1 Jahr Alter); (4*): Peritoneum vom Rind; (5*): Blase vom Hirsch (keine Herkünfte aus Nordamerika)

Anwendung und Wirkungsweise der Präparate

Die Aufwandmengen der Präparate betragen für die Spritzpräparate etwa 300 Gramm pro Hektar (Hornmist) beziehungsweise fünf Gramm pro Hektar (Hornkiesel)und je ein bis zwei Kubikzentimeter der Düngerpräparate pro zehn Kubikmeter Kompost oder Stallmist/Gülle. Die Spritzpräparate werden in den genannten Mengen in 20 bis 50 Liter Wasser je Hektar eine Stunde lang intensiv verrührt. Möglichst bald danach wird die Präparateflüssigkeit gleichmäßig auf Äcker und Wiesen ausgespritzt.

 

Die Düngerzusatzpräparate werden punktuell in den Dünger eingebracht. Ihre Kräfte strahlen nach Rudolf Steiner von diesen Punkten in den Dünger aus. Weitere spezifische Anwendungsmethoden sind bei Wistinghausen et al. (2005) beschrieben. Die Umsetzungsvorgänge in den organischen Düngern werden durch die Präparate angeregt. Die stärkere Belebung der Böden durch präparierten Dünger wird an einigen Merkmalen messbar, z.B. Erhöhung des Humusgehaltes oder Enzymaktivitäten sowie intensiveres Wurzelwachstum. Beispiele für eine bessere Produktqualität durch die Präparate sind geringere Lagerungsverluste, reduzierte Nitratgehalte sowie höhere Zucker- und Vitamingehalte.

 

Das Wirkungsprinzip der Präparate besteht in der Anregung harmonisierender Lebensprozesse. Eine unmittelbare Nährstoffwirkung durch die Präparate liegt nicht vor. Die Präparate dienen somit der Selbstregulation biologischer Systeme (Raupp und König 1996).

 

Literatur:

Nähere Angaben zu den Herstellungsverfahren und der Anwendung der Präparate können den Präparate-Arbeitsheften entnommen werden:

 

Wistinghausen et al.: Anleitung zur Herstellung (Arbeitsheft 1) und Anwendung (Arbeitsheft 2) der Biologisch-Dynamischen Präparate, Herausgegeben vom Forschungsring, Verlag Lebendige Erde.

 

Raupp, J. & U. J. König (1996): Biodynamic preparations cause opposite yield effects depending upon yield levels. Biol. Agric. & Hort. 13, 175-188